4 Wege zur Entspannung der fernöstlichen Lebensphilosophie

Angetrieben, durchtrieben, vertrieben: Es scheint, als ob wir uns in Lebensumständen befänden, die niemals im hier und jetzt sein wollten. Es geht immer noch ein bisschen mehr und das Genug scheint unerreichbar. Und ebenso getrieben von der Erkenntnis dessen sind schließlich die Versuche dem Getrieben-sein ein Ende zu setzen – Entspannung und Gelassenheit zu finden. Jens Wolff, anerkannter Life Coach aus Wien, verrät im folgenden Gastartikel 4 Wege zur Entspannung, basierend auf fernöstlichen Lebensphilosophien.

Buddhismus dagegen setzt noch viel tiefer an. Die Lehre des Buddha geht von 4 edlen Wahrheiten aus, deren Erkenntnis und schlussendliche Umsetzung in den Achtfachen Pfad münden. Wir sind davon überzeugt, dass Entspannung nicht in geistlosen Übungen bestehen kann, die man täglich ‚erledigen‘ kann. Unsere Entspannungstipps stützen sich vielmehr auf den Kern der buddhistischen Lehre.

Entspannung beginnt bei einer Grunderkenntnis

Laut der ersten edlen Wahrheit ist das Leben per se unzufriedenstellend. Davon wird ausgegangen. Es gibt keinen Zustand im irdischen Leben, der von vollständigem Glück durchdrungen ist. Alles ist Dukkha (dt. etwa ‚Leiden‘) unterworfen.

Lösen Sie sich von der Idee, alles müsse perfekt sein. Es ist ohnehin nicht perfekt. Nehmen Sie als gegeben hin, was gegeben ist und Sie werden gelassener werden.

Die Ursache für das Leiden: Anhaftung und Anspannung

Die grundlegende Ursache des Leiden ist ein Streben, bzw. ein Durst nach etwas. Dieser Durst besteht aufgrund von Unwissenheit um die Anhaftungen. Wir binden uns nämlich freiwillig an alles, was sich in unseren Leben befindet und an das Leben selbst. Wir verlangen etwas vom Leben und haften uns an Illusionen, an Dinge, die wir ohnehin nicht so wahrnehmen können, wie sie sind.

Diese Anhaftung als Wurzel des Leidens zu erkennen, die einzig und allein bei uns selbst liegt, ist Gegenstand der zweiten edlen Wahrheit.

Üben Sie sich in der Vorstellung, nichts wäre wichtig. Denn indem Sie etwas für wichtig befinden, binden Sie sich daran. Diese Anhaftung führt unweigerlich zu Leiden und Stress.

 

Gelassenheit: Die Befreiung vom Leiden

Die dritte edle Wahrheit beschreibt im Prinzip das Ziel jeder buddhistischen Lehre: Die Befreiung vom Leiden. Es beinhaltet jedoch erstmal nichts weiter als die Erkenntnis, dass die Möglichkeit besteht. Es wird einem klar und bewusst, dass die Lösung von aller Anhaftung auch die Lösung des Leidens bedeutet.

Erkennen Sie, dass es möglich ist, sich von allem, was Sie an sich binden, zu lösen – es sein zu lassen. Der Weg zur Befreiung liegt einzig und allein bei Ihnen.

 

Der Achtfache Pfad zur Befreiung

Buddhismus Achtfacher Pfad

Das Dharma-Rad bezeichnet im Buddhismus den Achtfachen Pfad, der zur Befreiung vom Leiden führt.

In der vierten, und letzten, edlen Wahrheit geht es um den Weg zur Befreiung. Dieser kann beschritten werden, sobald die vorherigen Wahrheiten (an-)erkannt wurden und man willens ist, sie umzusetzen. Er ist in 3 Bereiche gegliedert.

Wissen und Weisheit besteht darin, die rechte Einsicht über die 4 Wahrheiten und das Leiden, und die rechte Gesinnung, ohne Habgier, Hass oder Zwang, weder gegen andere, noch sich selbst.

Rechte Rede, rechtes Tun und rechter Lebenswandel bilden den Zweig des ethischen Handelns. Lüge, Verleugnung, Beleidigung und Geschwätz sind unheilsame Rede, die nicht „zur rechten Zeit, wahr, höflich, zweckmäßig und aus liebevoller Gesinnung“ gesprochen wird. Rechtes Tun schließt unethische Handlungen aus, wie Töten, Stehlen oder Ausschweifungen. Rechten Lebenswandel zu üben bedeutet all dies umzusetzen und seine eigenen Taten dem Achtfachen Pfad gerecht werden zu lassen.

Anstrengung, Achtsamkeit und Konzentration sind die drei Übungen der Meditation und der Sammlung des Geistes. Meditation der Geistesruhe (Samatha) und Meditation der klaren Einsicht (Vipassana) vertiefen Liebe und Mitgefühl zu sich und seiner Umwelt und gibt Einsicht in die Natur der Dinge. Sie nehmen den Schleier, der auf unserer Wahrnehmung liegt.

Lassen Sie die buddhistische Gelassenheit in alle Ihre Lebensbereiche einfließen. Man kann einen Weg nicht nur mit einem Fuß bestreiten, man muss schon den Rest seines Körpers auch mitnehmen.

Über den Autor

Jens Wolff (Geschäftsführer & Coach bei healingspace.at) ist zertifizierter Life-, Business-, und Karriere Coach in Wien. Das Ziel seiner Coachings ist es, Menschen mit ihrem Inneren zu verbinden, damit sie authentisch ihre Ziele erreichen, wachsen und ein glückliches, erfolgreiches Leben führen. Sein Werdegang begann damit, dass er sich neben seinem Studium mit Meditation und Achtsamkeit beschäftigte, um seinen Geist zu fokussieren und sich emotional zu stärken. Diese Erkenntnisse, sein Wissen und seine Erfahrungen vermittelt er nun seinen Klienten.